Therapie

Jeder Mensch ist einzigartig – und genauso individuell ist auch jede Therapie in meiner Praxis. Gemeinsam erarbeiten wir Therapieziele, die patientenbezogen und bedürfnisorientiert sind. Ziel meiner Arbeit ist es, die Kommunikations- und Sprachfähigkeiten meiner Patient*innen zu fördern und damit mehr Lebensqualität und Teilhabe im Alltag zu ermöglichen.

Die Logopädie umfasst ein breites Spektrum unterschiedlicher Störungsbilder in den Bereichen Sprache, Sprechen, Stimme, Schlucken und Kommunikation.
Grundsätzlich behandle ich in meiner Praxis das gesamte logopädische Spektrum. 

Um jedoch eine hohe fachliche Qualität und eine fundierte therapeutische Begleitung sicherzustellen, arbeite ich mit klar definierten Schwerpunkten. In diesen Bereichen verfüge ich über vertieftes Wissen, langjährige Erfahrung und bilde mich kontinuierlich fort, um meine Expertise stetig weiterzuentwickeln und aktuell zu halten.

Sollte sich zeigen, dass ein Anliegen außerhalb meiner fachlichen Kernkompetenzen liegt, vermittle ich bei Bedarf gerne an spezialisierte Kolleginnen und Kollegen aus meinem Netzwerk. So ist gewährleistet, dass Sie die bestmögliche Unterstützung erhalten.

Schwerpunkte des kleinen Wortateliers

Neurodivergenz (Autismus-Spektrum)

Ich begleite Kinder und Jugendliche im Autismus-Spektrum mit einem neurodiversitätsbejahenden Ansatz. Dabei steht nicht die „Anpassung“ an gesellschaftliche Erwartungen im Vordergrund, sondern das Verstehen individueller Wahrnehmungs-, Kommunikations- und Interaktionsweisen.

Therapie bedeutet hier, Kommunikationsmöglichkeiten zu erweitern, Selbstwirksamkeit zu stärken und alltagsrelevante Strategien zu entwickeln. Besondere Aufmerksamkeit gilt sensorischen Besonderheiten, sozialen Kommunikationsmustern sowie individuellen Interessen und Ressourcen.

Verbale Entwicklungsdyspraxie (VED)

Die verbale Entwicklungsdyspraxie ist eine neurologisch bedingte Störung der Sprechplanung und -programmierung. Kinder wissen in der Regel genau, was sie sagen möchten, haben jedoch Schwierigkeiten, die erforderlichen Sprechbewegungen gezielt und zuverlässig zu steuern.

Die Therapie erfordert ein strukturiertes, hochfrequentes und individuell angepasstes Vorgehen. Im Mittelpunkt stehen die gezielte Anbahnung und Stabilisierung von Lautfolgen sowie der systematische Aufbau verständlicher Sprechmuster.

In Phasen, in denen die Lautsprache noch nicht ausreichend verfügbar ist, können ergänzend unterstützte Kommunikationsformen eingesetzt werden, um Verständigung zu sichern und kommunikative Teilhabe zu ermöglichen.


Sprachentwicklungsstörungen

Sprachentwicklungsstörungen betreffen häufig mehrere sprachliche Ebenen gleichzeitig – Wortschatz, Grammatik, Sprachverständnis und kommunikative Kompetenzen. Sie können isoliert auftreten oder im Zusammenhang mit genetischen Syndromen bzw. weiteren Entwicklungsbesonderheiten stehen.

In der Therapie werden sprachliche Fähigkeiten systematisch aufgebaut und individuell angepasst gefördert. Gleichzeitig werden alltagsrelevante Kommunikationssituationen berücksichtigt, um Sprache funktional und bedeutsam erlebbar zu machen.


Unterstützte Kommunikation (UK)

Unterstützte Kommunikation richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene, deren Lautsprache nicht oder nicht ausreichend zur Verfügung steht. Ziel ist es, individuelle Kommunikationswege zu eröffnen und Teilhabe im Alltag zu ermöglichen.

Je nach Bedarf kommen körpereigene Mittel (z. B. Gesten oder Gebärden), Symbolsysteme, Kommunikationsbücher oder elektronische Hilfsmittel zum Einsatz. Dabei steht nicht ein bestimmtes System im Vordergrund, sondern die Frage: Wie kann Kommunikation für diese Person möglichst wirksam, selbstbestimmt und alltagsnah gelingen?

Ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit ist die Beratung und Begleitung von Angehörigen, pädagogischen Fachkräften und Bezugspersonen, um Kommunikation nachhaltig im Alltag zu verankern.

Wie läuft die Therapie ab?

Anamnese
In einem ausführlichen Erstgespräch nehmen wir uns Zeit für Ihre Anliegen, Beobachtungen und Ziele. Dabei geht es darum, die individuelle Situation ganzheitlich zu verstehen und gemeinsam erste Schwerpunkte zu definieren.

Diagnostik
Durch differenzierte, dem Alter und Entwicklungsstand angepasste Verfahren erfasse ich den individuellen Unterstützungs- und Therapiebedarf. Die Ergebnisse werden transparent mit Ihnen besprochen.

Therapieplanung
Auf Grundlage der Diagnostik entwickle ich einen individuell abgestimmten Therapieplan nach ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health). Die Therapieziele orientieren sich an alltagsrelevanten Situationen und werden gemeinsam mit Ihnen festgelegt. 


Regelmäßige Therapieeinheiten
Die Therapieeinheiten finden in der Regel 1-2x pro Woche statt. Bei entsprechender Verordnung können diese Termine auch als Hausbesuch stattfinden.

Einbindung von Angehörigen
Eine enge Zusammenarbeit mit Eltern und Bezugspersonen ist ein zentraler Bestandteil der Therapie. Durch Austausch, Beratung und alltagsnahe Impulse wird der Transfer in den Alltag unterstützt. Hierfür finden regelmäßige Treffen nach NAVI - die Entwicklungsbegleitung statt. 

Therapiebericht und weiteres Vorgehen
Zum Ende einer Verordnung – sowie bei Abschluss der Therapie – erstelle ich einen Therapiebericht für die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt. Gemeinsam besprechen wir die weitere Vorgehensweise und entscheiden, ob eine Fortsetzung sinnvoll ist.

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